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- Michael Franz

EBBC 2026: Der Liveticker zum Freitag

Das war’s für heute!

Wir lesen uns morgen wieder. Um 11.00 Uhr beginnen die Selbstwahlstücke der Höchstklasse und damit unser Liveticker.

Gute Nacht!


Unsere Top-6

Der erste Wettbewerbsteil bot bereits grosses Spektakel. Ein wunderbares, publikumsverträgliches Teststück von Thomas Doss sorgte für viel Freude.

  1. Flowers Band
  2. Brassband Willebroek
  3. Valaisia Brass Band
  4. Tredegar Town Band
  5. Festival Brass Band
  6. Brass Band de Waldsang

Startnummer 15: Festival Brass Band (Guy Audenaert)

Den Abschluss bildet die Festival Brass Band, die zweite Band aus Belgien, die dank dem Sieg der Brass Band Willebroek im letzten Jahr nun ebenfalls teilnehmen darf.

Sie zeigen einen sehr homogenen, runden Bandklang und damit eine andere Facette, als wir es von vielen Bands heute gehört haben. Die grossen Crescendi in der ganzen Band entfalten eine mächtige Wirkung.

Die erfahrenen Herren im Tuba-Register bilden eine sonore Einheit auf die die Band aufbauen kann. Die Perkussion übertönt in einzelnen Stellen jedoch die Band.

Der meist wohlbalancierte Auftritt bildet jedoch einen schönen Abschluss des intensiven Wettbewerbstages.

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Startnummer 14: Göta Brass Band (Ryan Watkins)

Der Saal leert sich langsam, doch zwei Bands nehmen wir noch mit. Die Schweden von der Göta Brass Band bringen zwei Soprano Cornets mit, um die anspruchsvolle Stimme zu meistern (einer davon Martin Britt, ex Cory Band).

Sie liefern ein runde Performance ab, wobei die Details im Vergleich zu den absoluten Top-Bands auf der Strecke bleiben. Die Solo Cornets stellen sich für ihre Solostelle hinter der Band auf, doch leider knarzt die Bühne unter ihren Füssen, während einer Posaune der Dämpfer und einem Schlagzeuger der Schläger runterfällt. Die Principal Cornetistin lässt sich davon nicht beeindrucken und spielt engelsgleich ohne den Anflug von Nervosität. Beeindruckend.

Auch sonst hören wir sehr viel schöne Musik aus dem exzellenten Teststück und sie schaffen es, dass es auch beim vierzehnten Mal anhören nicht langweilig wird.

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Startnummer 13: Tredegar Town Band (Ian Porthouse)

Nach den Wallisern die Waliser: Die Tredegar Town Band unter der Leitung von Ian Porthouse nimmt uns mit auf eine emotionale Reise. Sie kreieren wunderbare Momente, welche leider von ein paar Nickligkeiten in den Solos getrübt werden.

Der Andante-Teil wird etwas schneller als bei der Konkurrenz vorgetragen, was jedoch einen schönen musikalischen Fluss und eine präzise Begleitung ergibt.

Sie machen mächtig Dampf und drehen nochmals auf, als die heiklen Passagen vorbei sind. Manche Effekte sind etwas plakativ, doch damit gehen sie sicher, dass sie in der Jurybox ankommen. Definitiv ebenfalls eine Darbietung, die sich um einen Podestplatz bewirbt.

tredegar


Startnummer 12: Valaisia Brass Band (Arsène Duc)

Den ganzen Tag freuten wir uns schon auf den Auftritt der Walliser. Das unglaubliche dynamische Spektrum der Band sollte im Teststück völlig zur Geltung kommen.

Und natürlich werden wir nicht enttäuscht. Die ersten Cornet-Einsätze sind wunderbar fein und präzis. Überhaupt, die Band zeigt enorme dynamische Disziplin und insbesondere die Läufe der Bässe sind sehr gut verständlich. Doch wehe sie legen den Schalter um, dann werden hier neue Dezibel-Rekorde aufgestellt. Manchmal neigt der Klang zu etwas Härte, doch schon bald verzaubern sie uns wieder mit dem nächsten lieblichen Pianissimo.

Die tiefen Register der Band sind heute absolut überragend. Alles ist verständlich und mit einem sonoren Klang. Die Walliser bringen sich damit in eine gute Position für den zweiten Wettbewerbsteil.

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Startnummer 11: Hauts-de-France Brass Band (Luc Vertommen)

Die Franzosen beginnen mit sehr sauberer Intonation in den gedämpften Cornets angepasst auf das Vibraphon. Die feinen Linien im Soprano Cornet kommen schön zur Geltung und die Übergänge zu den anderen Registern gelingen nahtlos.

Im Verlauf geht die Genauigkeit in der Intonation und im Zusammenspiel minim abhanden, doch sie entwickeln ein grosse Spielfreude. Die vier Solo Cornet-Stimmen werden zum Ende des Andante-Teils vom Komponisten solistisch eingesetzt. Die Franzosen machen dies stehend und der Effekt zahlt sich aus, dass alle Stimmen deutlich hörbar werden.

Gegen Ende opfern sie den Bandklang etwas der Lautstärke, doch sie schliessen mit einer fulminanten Note ab.

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Startnummer 10: Whitburn Band (Nicholas Childs)

Wir haben einen neuen Rekord für den leisesten Anfang! Die schottischen Bassisten starten sehr gedämpft und der Band gelingt es, eine magische Atmosphäre heraufzubeschwören. Leider geht die Dynamik anschliessend etwas vergessen und die Band entfesselt ihr Powerplay-Potential.

Im heiklen Andante nehmen sie aus persönlicher Sicht etwas wenig Risiko und gehen nicht an die Grenze der unteren Dynamik. Doch als die Kraft gefragt wird, sind sie da und nageln die Sechzehntel ohne Kompromisse in den weiten Saal.

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Startnummer 9: 3BA Concert Band (Erik Janssen)

Die Vertreter Deutschlands treten unter der Leitung des erfahrenen Niederländers Erik Janssen an. Zum neunten Mal hören wir bereits das Teststück Alienus und doch gibt es immer wieder neue Facetten zu entdecken. Die Gestaltung der Phrasen gelang ihnen sehr gut. Schöne Bariton- und Euphonium-Soli.

Als Principal Cornetist zählt die Band auf den Schweizer Matthias Keller (ehemals Liberty Brass Band). Er nimmt sich der schwierigen Herausforderungen an und meistert die heiklen Takte bravourös.

Mehr als die Hälfte des Wettbewerbstags ist vorüber und es wird langsam schwierig, die Leistungen einzuordnen. Warum? Weil das Niveau einfach unglaublich hoch ist!

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Startnummer 8: Flowers Band (Paul Holland)

Die Flowers Band legt einen runden, wohlgeformten Bandklang an den Tag. Vor allem das Cornet-Register wirkt homogen wie aus einem Guss. Trotzdem zeigen sie Ecken und Kanten, wenn es gefragt ist.

Principal Cornet Luke Barker und Solo Euphonium spielen wie von einem anderen Stern, unfassbar gut – und die anderen Solisten stehen ihnen in nichts nach.

Der massive Bandklang wird zu einem grandiosen Finale aufgebaut und haut den Saal aus den Socken. Nun gibt es eine kurze Pause, die wir dringend benötigen, um uns von dieser Wucht zu erholen.

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Startnummer 7: Brass Band De Wâldsang (Rieks van der Velde)

Die Niederländer tragen den mysteriösesten Start der bisherigen Teilnehmenden vor. Unglaublich leise Dynamik und doch alles hörbar. Feines Spiel Flügelhorn und Es-Horn-Register.

Auch anschliessend ist die Band auf dem Weg zu einer absoluten Weltklasse-Performance, doch leider schleichen sich kleinste Unsauberkeiten in Intonation und Präzision ein, die sie rückblickend noch nerven dürften.

Sie finden den Rank aber wieder und lassen die Partitur transparent erklingen. Ein wirklich toller Vortrag.

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Startnummer 6: Italian Brass Band (Giuseppe Saggio)

Auch die Italiener zeigen eine Weiterentwicklung auf der höchsten Wettbewerbsbühne. Vor ein paar Jahren wurden sie noch etwas belächelt, doch mit der heutigen Vorstellung melden sie Ambitionen an.

Der Bandklang wurde durch ein massives Tubafundament gelegt und war meist gut ausbalanciert. Die Solisten blieben nicht ganz makellos, doch alles in allem eine runde Aufführung von Alienus. Bravissimo!

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Startnummer 5: Brass LT (Russell Gray)

Die litauische Brass LT beweist grosse musikalisches Qualitäten. Der jungen Band fehlt noch etwas die Durchschlagskraft, aber man hat das Gefühl, das da etwas Grosses entstehen könnte. Dirigenten-Legende Russell Gray führte die Band souverän an und anstatt Effekthascherei und purer Härte, spielten sie ihren Trumpf der Musikalität in jedem Teil aus.

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Startnummer 4: Concord Brass Band (Jesper Juul Windahl)

Die dänischen Vertreter liefern einen etwas zweigeteilten Auftritt ab. In der ersten Hälfte des Werks wirkten sie etwas unausgewogen und Details wurden übertönt. In den dünngesetzten Passagen funktionierten sie jedoch ausgezeichnet.

Der Principal Cornetist überzeugte mit seinem senza vibrato Solo und von da an schien die Band wie ausgewechselt. Mit viel Drive gestalteten sie den Schlussteil und drehten nochmals gehörig die Lautstärke hoch.

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Startnummer 3: Manger Musikklag (David King)

Mit der dritten Performance sehen wir einen dritten unterschiedlichen Dirigierstil. David King legt vollstes Herzblut in den Auftritt, bewegt sich von links nach rechts, hoch und tief und weiss doch, wann er dem Xylophonisten die Führung für ein paar Takte überlassen kann.

Wir hören ein wunderbares Euphoniumduo und die Perkussionisten schaffen es, bisher ungehörte Klänge der Partitur zu entlocken. Zum ersten Mal waren die zwei gesummten Takte der ganzen Band deutlich hörbar.

Ein weiterer interessanter Ansatz an das sehr unterhaltsame Werk.

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Die komplette Startreihenfolge

  1. Brass Band Oberösterreich (Günther Reisegger)
  2. Brassband Willebroek (Frans Violet)
  3. Manger Musikklag (David King)
  4. Concord Brass Band (Jesper Juul Windahl)
  5. Brass LT (Russell Gray)
  6. Italian Brass Band (Giuseppe Saggio)
  7. Brass Band De Wâldsang (Rieks van der Velde)
  8. Flowers Band (Paul Holland)
  9. 3BA Concert Band (Erik Janssen)
  10. Whitburn Band (Prof. Nicholas Childs)
  11. Hauts-de-France Brass Band (Luc Vertommen)
  12. Valaisia Brass Band (Arsene Duc)
  13. Tredegar Town Band (Ian Porthouse)
  14. Göta Brass Band (Ryan Watkins)
  15. Festival Brass Band (Guy Audenaert)

Startnummer 2: Brass Band Willebroek (Frans Violet)

Die amtierenden Europameister nehmen sich viel Zeit für die Eröffnungsszene und ziehen einen riesigen Spannungsbogen auf. Backrow Cornets und Perkussion sind sehr gut aufeinander abgestimmt und zeigen viele Details in der Begleitung.

Durch das ganze Werk zeigen die Belgier gute Kontrolle der Dynamik gegen oben, eventuell ist gegen unten noch mehr möglich. Sie haben fantastische Solisten in ihren Reihen, die viel Risiko eingegangen sind, welches sich meist ausbezahlt hat. Lode Violet führt die Band mit einer ruhigen Ausstrahlung an und liefert souverän ab. Das Cornet-Solo, welches der Komponist ohne vibrato wünscht, ist gewöhnungsbedürftig für Brass Band-Musiker:innen und Publikum, doch es erzielt eine interessante Wirkung.

Der sehr ausgiebige Schlussakkord wird vom Dirigenten sogar ausdirigiert und das Publikum honoriert den grossartigen Vortrag mit der ersten Standing Ovation des Tages.

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Startnummer 1: Brass Band Oberösterreich (Günther Reisegger)

Wir befinden uns in Linz im Bundesland Oberösterreich und die Lokalhelden haben die Ehre, das neue Werk Alienus von Thomas Doss (ebenfalls aus Linz stammend) dem Publikum zu präsentieren.

Sie kreieren zu Beginn eine aufregende Atmosphäre und man kann die Gedanken des Komponisten hören. Der Soprano Cornetist meistert den taffen Anfang ohne Fehl und Tadel und beweist eine starke Ausdauer bis zum Schlusston.

Der Saal gibt einen mächtigen Sound der Band zurück, wobei manche Details jedoch etwas übertönt werden. Nichtsdestotrotz ein sehr stimmungsvoller Auftakt der Österreicher, die grosse Musikalität an den Tag legen und sich einen verdienten, frenetischen Schlussapplaus abholen.

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Die Jury

Zur Bewertung der Teststücke der Höchstklasse sitzen heute Philip Harper (England), Margie Antrobus (Norwegen) und Jan Van der Roost (Belgien) in der Blackbox.


Im vorgängigen Komponistengespräch entlockte Oliver Waespi den beiden Österreichern Thomas Doss und Andreas Ziegelbäck spannende Informationen über ihre Teststücke. Beide waren sich einig: Alle werden die Werke technisch perfekt spielen können - entscheidend wird sein, was sie musikalisch daraus machen.

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Thomas Doss hat beim Komponistengespräch gut lachen

Das Teststück Alienus

Thomas Doss ist der Komponist des diesjährigen Pflichtstücks für die Championship Section. Die offizielle Beschreibung des Werkes in den Worten des Komponisten:

„Alienus“ ist ein Wort, das mehr bedeutet als nur „außerirdisch“. Es steht für das Fremde, das Unbekannte, das Seltsame, für das, was von jenseits kommt – und dennoch Fragen in uns aufwirft. Dieses Stück erzählt die Geschichte einer Begegnung, bei der Menschen auf ein schlafendes, rätselhaftes außerirdisches Wesen stoßen. Die Klangwelt des Stücks basiert auf alten Wurzeln; die Hymne „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ erklingt in ihrer ganzen Pracht im Finale des Stücks, jedoch in zwei Tempi gleichzeitig. Das Stück ist bei Mitropa Music, Hal Leonard, erschienen.


Guten Tag und ein herzliches Willkommen zum Liveticker der Europäischen Brass Band Meisterschaften 2026!

Um 14.30 Uhr startet die Höchstklasse in den ersten Wettbewerbsteil mit dem neuen Teststück Alienus von Thomas Doss.

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