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- Michael Franz

EBBC 2026: Der Liveticker zum Samstag

Wir lesen uns!

Das war es nun definitiv von uns aus Linz. In den nächsten Tagen gibt es den Bericht zum EBBC auf unserer Webseite.

Morgen findet hier noch der Europäische Jugend Brass Band Wettbewerb statt, bei dem die Liberty Brass Band Junior (Schweiz), die Catch Basin Brass Band (Österreich), die Jugend Brass Band Oberösterreich und die Junior Brass Band Oberösterreich teilnehmen. Sie können diese Wettbewerbe auf wobplay.com streamen und bei unseren Kollegen von 4barsrest live verfolgen.

Vielen Dank für Ihr Interesse.


Championship Section

Und nun zum langersehnten Resultat der Championship Section.

Bester Solist: Tim de Maeseneer, Solo Horn, Brass Band Willebroek

  1. Flowers Band (England)
  2. Valaisia Brass Band (Schweiz)
  3. Tredegar Town Band (Wales)
  4. 3BA Concert Band (Deutschland)
  5. Brass Band Willebroek (Belgien)
  6. Hauts-de-France Brass Band (Frankreich)
  7. Festival Brass Band (Belgien)
  8. Göta Brass Band (Schweden)
  9. Italian Brass Band (Italien)
  10. Manger Musikklag (Norwegen)
  11. Whitburn Band (Schottland)
  12. Brass Band Oberösterreich (Österreich)
  13. Concord Brass Band (Dänemark)
  14. Brass Band De Waldsang (Niederlande)
  15. Brass LT (Litauen)

Challenge Section

Zuerst zur Challenge Section, die drei Bands umfasste und heute morgen stattfand.

  1. Brass Band Wipptal (Italien), 91 Punkte
  2. Brass Band Musicalis Algrange (Frankreich), 89 Punkte
  3. Pacholski Polish Brass Band Malopolska Voivodeship (Polen), 86 Punkte

Bester Solist: Soprano Cornet, Brass Band Musicalis Algrange (Frankreich)


Die Rangverkündigung beginnt

Die obligaten Reden sind im Gang und wir kommen nun bald zur Rangverkündigung.


Unsere Top-6 vom Samstag

  1. Valaisia Brass Band
  2. Flowers Band
  3. Brass Band Willebroek
  4. Tredegar Band
  5. Hauts-de-France
  6. 3BA Concert Band

Die Würfel sind gefallen

Das war der zweite Wettbewerbsteil der Höchstklasse. Wir sind gespannt, was die Jury für eine Rangliste zusammenstellen wird.

Wir melden uns um ca. 22.00 Uhr für die Rangverkündigung zurück.


Kommentar von 4barsrest:

Ein wahrhaft erstaunliches Werk für Brass Band, absolut brillant gespielt von Valaisia. Die Struktur und die Physiologie dieses Werkes sowie seine technischen Anforderungen sind immens. Wahrscheinlich das anspruchsvollste Werk, das ich je von einer Brass Band gehört habe. Diese Band hat es wieder einmal perfekt gemacht, mit erstaunlicher Virtuosität und Können.

Sie spielte ihre Stärken voll aus, mit mehreren fantastischen Soli für Euphonium, Posaune und Bariton sowie anspruchsvollen Soli in anderen Instrumenten. Am beeindruckendsten war jedoch das Zusammenspiel der Band mit absoluter Einheitlichkeit in Stil und Darbietung.

Es versteht sich von selbst, dass es an der Spitze dieses europäischen Wettbewerbs sehr eng zugeht. Für mich könnte jede der drei Kapellen gewinnen, aber ich habe das Gefühl, dass es zwischen Valaisia ​​und Flowers entschieden wird, und beide Bands hätten den Sieg absolut verdient. Sollte es Willebroek werden, wäre das auch in Ordnung.

Dies war ein großartiger Wettbewerb, bei dem sich die Schwergewichte bis zum Schlussgong einen harten Kampf lieferten. Ich hoffe sehr, Ihnen haben diese Kommentare gefallen und Sie konnten das Geschehen verfolgen. Herzlichen Glückwunsch an alle teilnehmenden Bands! Diejenigen, die die Preise gewinnen werden, haben die Auszeichnungen redlich verdient, aber jede Band hat an diesem Wochenende ihr Bestes gegeben.

Es war sensationell. Vielen Dank fürs Lesen, Zuschauen und Zuhören.

Steven Mead

Eine wunderbare Aufführung der Valaisia ​​Brass Band mit diesem neuen Werk. Was kann man über eine Brass Band sagen, die seit Jahren beweist, dass sie zur Weltspitze gehört? Heute war ein weiterer eindrucksvoller Beweis dafür. Eine schlichtweg herausragende Leistung der gesamten Band, Solisten auf höchstem Niveau und eine bemerkenswerte Interpretation. Bravo an die Schweizer Champions – sie haben es wieder einmal geschafft!

Ich teile hier auch meine Rangliste der Bands mit, die meiner Meinung nach auf dem Siegertreppchen stehen könnten:

Brass Band Willebroek, Valaisia ​​Brass Band, Flowers Band

Vielen Dank an alle, die den Live-Kommentar verfolgt haben! Ich hoffe, es hat Ihnen genauso viel Spaß gemacht wie mir, den Brass Bands zuzuhören und meine Eindrücke mit Ihnen zu teilen.

Vielen Dank und bis nächstes Jahr! (Oder vielleicht schon morgen ;) )

Patricio Cosentino


Das Teststück der anderen Art sorgt für Staunen im Konzertsaal. Die Valaisia Brass Band zeigt ein unfassbares technisches Können wie von einem anderen Stern. Das Werk verlangt alles von ihnen ab.

Wir wurden Zeugen von einer Euphonium-Masterclass. Beim Blick in die Partitur musste man feststellen, dass der unglaublich raumfüllende Klang nur von Valentin Duc und Glenn Van Looy stammte. Das angrenzende Baritonregister stand ihnen in nichts nach.

Die ganze Band arbeitete zusammen wie ein Schweizer Uhrwerk. Es fehlen einem die Worte. Was für ein Abschluss!

valaisia


Startnummer 15: Valaisia Brass Band (Arsene Duc) / Mnemosyne Phrases - Torstein Aagaard-Nilsen

Der Komponist schreibt:

Mnemosyne war die Göttin der Erinnerung aus den antiken griechischen Mythen. Sie gebar die neun Musen der Kunst. Ohne Erinnerung kann man nichts erschaffen. Man kann nicht innovativ sein. Laut Mnemosyne schreibe ich meine Musik, weil ich mich an „etwas“ erinnere. Was also erinnere ich mich, und wie werden diese musikalischen Erinnerungen durch meine Kreativität transformiert, um das Stück „Mnemosyne Phrases“ zu bilden?

Ich bin mir einiger Aspekte durchaus bewusst: einer bekannten viersätzigen Struktur, die in vielen Stücken verwendet wird, auch in Wilfred Heatons „Partita“. Ich zitiere sogar aus Heatons Musik, obwohl es schwer zu hören ist.


Kommentare von 4barsrest:

Ein ganz besonderer Auftritt von 3BA. Sie spielten ein Werk, das ihren Stärken wirklich entgegenkam. Sie erweckten die Musik zum Leben und übertrugen sie auf das Publikum, das sie dankbar aufnahm.

Einige Darbietungen waren beeindruckend, nicht perfekt, und es gab einige anfängliche Fehler – nur kleine Unebenheiten. Dennoch war es erstklassiges Blechbläserspiel mit einem vollen, ausgewogenen Klang im gesamten Orchester. Das Spiel war kraftvoll, aber nicht übertrieben.

Vielleicht haben sie diese Leistung bei einer Europameisterschaft gezeigt. Ich denke, sie haben an diesem Wochenende gute Chancen, unter die ersten Sechs zu kommen, was eine fantastische Leistung wäre.

Gut gemacht, alle zusammen!

Steven Mead

Eine gute Leistung der Deutschen. Sie haben ihr selbstgewähltes Stück klug gewählt, denn „A Brussels Requiem“ ist ein Werk, das es ihnen ermöglicht, alle Stärken dieser Brassband zu präsentieren.

Insgesamt gab es keine größeren Probleme im Zusammenspiel, die Soli wurden wunderschön gespielt, und die Klarheit in den technisch anspruchsvollen Passagen war gut. Wenn es etwas zu bemängeln gäbe, dann wären es die extremen Dynamiken. Ich bin jedoch überzeugt, dass daran gearbeitet wird, da sich die Mannschaft in dieser Hinsicht im Vergleich zu den Vorjahren bereits verbessert hat.

Bravo Deutschland!

Patricio Cosentino


Wunderbarer Anfang von Principal Cornet Matthias Keller, der den blanken Einstieg ohne Nerven zu zeigen mit starkem Ausdruck vorträgt. Der emotionale Mittelteil wird zur vollen Entfaltung gebracht und löst Hühnerhaut aus. Die Perkussionisten bilden mit dem leisesten Spiel die perfekt stimmige Begleitung.

Die Band beweist eindrückliche Technik und wird von Erik Janssen mit vollem Einsatz angespornt. Eine sehr emotionale Vorstellung kurz vor Wettbewerbsschluss.

3ba


Startnummer 14: 3BA Concert Band (Erik Janssen) / A Brussels Requiem - Bert Appermont

Die Komposition reflektiert die tragischen Umstände der Terroranschläge vom 12. März 2016 in der belgischen Hauptstadt Brüssel, bei denen 32 Menschen starben und über 300 verletzt wurden. Angesichts ähnlicher Anschläge in Großbritannien, Europa und weltweit seither dient das Werk aber auch als vorausschauender Bezugspunkt für aktuellere Tragödien.

„A Brussels Requiem“ besteht aus vier miteinander verbundenen Sätzen mit den Titeln „Unschuld“, „Kaltblütig“, „Zum Gedenken – Wir werden wieder auferstehen“ und „Ein neuer Tag“. Es beschreibt nicht die Anschläge selbst, sondern reflektiert die Ursachen und die daraus resultierenden komplexen Emotionen: Wut, Trauer und Ungläubigkeit. Diese Emotionen werden durch die nackte Angst sowie die subtileren Ängste und Unsicherheiten in der Haltung und im Verständnis der Menschen füreinander ausgelöst.

Im bewegenden Mittelteil des Gedenkens würdigt der Komponist die unschuldigen Opfer, bevor er eine leidenschaftliche Hoffnung auf ein neues Zeitalter des Miteinanders vermittelt. Dies wird durch die Entwicklung einer linearen Erzählung erreicht, die auf dem Kinderlied „Au Claire de la Lune“ basiert, welches sich durch das gesamte Werk zieht; zunächst als Symbol für verlorene Unschuld, letztlich aber für mögliche Erlösung.

Der Komponist drückt zudem seine persönliche Hoffnung in einer Reihe wunderschön gestalteter lyrischer Episoden und Soli aus – er betont die allmähliche Atmosphäre des Wandels, die in Entschlossenheit und Leidenschaft wächst, Trauer und Leid zu überwinden.

Das Werk wurde von der Brass Band Oberösterreich in Österreich in Auftrag gegeben und erlebte seine Weltpremiere bei der Europameisterschaft der Brass Bands 2017 in Ostende.


Kommentare von 4barsrest:

Atemberaubendes Spiel von De Waldsang, das eine so reiche Klangpalette und eine enorme Dynamik demonstrierte. Diese Band ist manchmal geradezu schüchtern. Die Band, die bereits zum zweiten Mal an diesem Wochenende mit viel Liebe zum Detail auftrat, lieferte eine ganz besondere Darbietung ab. Es waren zwar ein paar kleine Patzer zu hören, aber diese waren kaum wahrnehmbar und beeinträchtigten das Gesamtbild in keiner Weise.

Die Euphonium-Parts werden immer anspruchsvoller, und unser Solo-Euphoniumspieler meisterte die Herausforderungen mit Bravour. In den letzten Minuten war vielleicht eine leichte Ermüdung spürbar, die sich auf die Intonation und die Sicherheit auswirkte.

Herzlichen Glückwunsch zu einem großartigen Europa-Wettbewerb!

Steven Mead

Wâldsang hat es wieder geschafft! Ich bin begeistert von der Klangkunst, die diese Band in den gewaltigen Akkordpassagen entfaltet. Wenn sie diese spielen, hat man das Gefühl, als würde die Orgel im Brucknerhaus in Linz erklingen!

Die Niederlande präsentierten eine mitreißende Interpretation von „This World“ von Thomas Doss, die durchweg mit wunderbaren, energiegeladenen Momenten gespickt war. Abgesehen von einigen kleineren Unstimmigkeiten im Zusammenspiel und ein paar Soli, die nicht ganz an das gestrige Niveau heranreichten, bewiesen die Niederländer ein großes Talent für wunderschöne, hochklassige Musik.

Bravo!

Patricio Cosentino


Die Niederländer haben sich gestern eine gute Ausgangslage erspielt. Der heikle Anfang wurde schön gestaltet und nur durch ein paar Kleinigkeiten getrübt. Anschliessend entwickelt die Band eine unglaubliche Kraft und einen strahlenden Klang in den Fortissimo-Stellen.

Der Blues - der grösste Ohrwurm aus dem Stück - wird aus dem nichts sehr behutsam aufgebaut und im richtigen Moment entfesselt. Die munteren Stilwechsel gelingen und wird auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgenommen. Ein grossartiges Werk in einer grossartigen Interpretation.

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Startnummer 13: Brass Band De Waldsang (Rieks van der Velde) / This World - Thomas Doss

Der Kommentar des Komponisten zum Werk, welches wir nun zum zweiten Mal hören:

Diese eine, einzigartige, wunderbare Welt auf welcher wir leben. Auf welcher wir lieben, lachen, trauern, weinen, Angst haben. Auf welcher wir zeugen, gebären, töten und zerstören. Nur einmal diese Welt von draussen sehen…


Kommentare von 4barsrest:

Wieder einmal fehlen mir die Worte angesichts der Darbietung von Flowers. Technisch am Limit, unglaubliche Virtuosität, teils in minimalistischer Klanggestaltung. Doch die Band war jederzeit bereit für die Herausforderung und meisterte sie mit Stil, Kraft, Präzision und überschäumender Spielfreude.

Komponist Oliver Waespi wird wohl nie wieder eine bessere Weltpremiere eines seiner Werke erleben. Trotz der unglaublichen Virtuosität und der anspruchsvollen Darbietung bewahrt das Werk unverkennbar britische Züge, was diese Aufführung hier umso besonderer machte. Und wir befinden uns hier beim Europawettbewerb, wo eine britische Band alles daran setzt, den größten Preis der Blasmusikwelt mit nach Hause zu nehmen.

Steven Mead

Eine brillante Darbietung Englands am zweiten Tag der Meisterschaft. Eine großartige Demonstration des Könnens, die vom Publikum begeistert gefeiert wurde. Es ist offensichtlich, dass Flowers nicht nur über die nötigen Fähigkeiten verfügt, sondern diese auch gekonnt einzusetzen weiß und eine technisch brillante Darbietung mit beeindruckender Kontrolle abliefert.

Bravo für diese erstaunliche Demonstration des Könnens!

Patricio Cosentino


Bereits in den ersten Takten ist die Handschrift des Komponisten deutlich hörbar. Die Engländer kreieren sehr schöne gedämpfte Effekte durch das ganze Werk. Wie bereits gestern bildet die Band einen einheitlichen Klangkörper, der von Paul Holland nach Belieben gestaltet werden kann. Die Weltklasse-Solisten bildeten die Kirsche auf der Torte dieses unfassbaren Vortrags. Die Halle steht Kopf. War das der Vortrag zum Sieg?

flowers


Startnummer 12: Flowers Band (Paul Holland) / West Wind - Oliver Waespi

Eine weitere Neukomposition, dieses Mal aus der Feder vom Schweizer Oliver Waespi. Nach dem Vortrag der Flowers Band am gestrigen Tag freuen wir uns sehr auf das nächste Werk. Der Saal ist nun auch so voll wie nie zuvor.


Kommentare von 4barsrest:

Was für eine wunderbare Darbietung der Italiener! So klangvoll und ausdrucksstark, mit so viel Gefühl für Klang und Ausdruck. Die bemerkenswerte Verbesserung dieses Orchesters setzt sich Jahr für Jahr fort. Das Ergebnis harter Arbeit und Hingabe. Hervorragende Soli, insbesondere von Posaune, Euphonium, Tuba, Bariton und Cornet.

Peter Grahams „Angels and Demons“ war für dieses Orchester eine ausgezeichnete Wahl und passte perfekt zu ihnen. Langer und tosender Applaus begleitete die Aufführung! Absolut verdient.

Steven Mead

Eine souveräne Darbietung der Italiener mit ihrem selbstgewählten Stück. Eine großartige Demonstration ihres Könnens, die sie dem Podium einen Schritt näher bringt.

Obwohl es einige Momente der Unstimmigkeit im Zusammenspiel gab, wurden die Soli von den Solisten mitreißend dargeboten, und die Italiener demonstrierten ihr hohes klangliches Potenzial.

Sie hielten während des gesamten Stücks von Graham, das ein hohes Maß an technischer Meisterschaft erfordert, ein starkes Niveau – und sie lieferten ab.

Bravo tutti!

Patricio Cosentino


Das italienische Tubaregister entwickelt einen unglaublich wohligen Klang, der den grossen Raum füllt und ein pure Wohltat für die Ohren ist. Die oberen Register können ihre Intonation leider nicht immer ganz korrekt darauf aufbauen.

Die ganze Band zeigt eine hervorragende Technik und sie schaffen viele Nuancen des unterhaltsamen Werkes heraus. Die Italiener präsentierten uns zwei wirklich gute Vorträge dieses Wochenende.

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Startnummer 11: Italian Brass Band (Giuseppe Saggio) / Angels and Demons - Peter Graham

Angels and Demons ist inspiriert von folgender Passage aus der Offenbarung des Johannes: „Und es entstand ein Krieg im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen …“ (Offenbarung 12,7). Diese beiden Textzeilen liefern dem Komponisten das Material für eine Reihe von Klangbildern. Es ist Aufgabe des Zuhörers, die Abfolge der Ereignisse in diesen Bildern zu interpretieren und sich vorzustellen. Das Werk wurde von Le Brass Band Nord Pas de Calais unter der Leitung von Philippe Lorthios und Dr. Luc Vertommen in Auftrag gegeben und am Sonntag, dem 25. Januar 2015, im Nouveau Siècle in Lille, Frankreich, uraufgeführt.


Kommentare von 4barsrest:

Die Brass Band Oberösterreich gab bei der Aufführung von Hermann Pallhubers neuem Werk alles. Wie so viele moderne Kompositionen wechselt es zwischen Jazzstilen, Choralelementen und einer Anlehnung an Bruckner, gefolgt von hochvirtuosen rhythmischen Passagen. Das funktionierte heute hervorragend, und auch die Solisten legten jegliche Scheu ab und gaben alles.

Es war ein mitreißendes Hörerlebnis. Alles war wunderbar kontrolliert und nichts wirkte übertrieben. Das Publikum ist zu Recht stolz auf diese großartige Aufführung – voller Elan und Schwung, die eine beeindruckende Geschichte erzählte, auch wenn dafür das gesamte Spektrum an Stilen durchlaufen wurde!

Steven Mead

Eine wunderbare musikalische Darbietung der österreichischen Meister. Sie zeigten nicht nur mehr Souveränität als gestern mit Pallhubers neuem Werk, sondern gingen auch größere Risiken ein, die sich großartig auszahlten.

Ein bemerkenswertes Solo des Es-Tuba-Solisten und der Bassposaune zeigte einmal mehr, wie wünschenswert es wäre, wenn Komponisten wie Pallhuber mehr herausragende Soli für Instrumente wie Tuba und Bassposaune in groß angelegten Werken schreiben würden.

Darüber hinaus verbesserte sich die Tubagruppe insgesamt im Vergleich zum gestrigen Auftritt, mit einer merklich gesteigerten Klarheit in den artikulierteren Passagen, insbesondere im gemeinsamen Ostinato. Viele Momente starker Musikalität waren zu erleben, als das Orchester dieses neue Werk des Repertoires für Blechbläser präsentierte.

Herzlichen Glückwunsch, Österreich! Großartige Leistung!

Patricio Cosentino


Startnummer 10: Brass Band Oberösterreich (Günther Reisegger) / Lost Paradise - Herman Pallhuber

Wir hören von den Einheimischen ein weiteres brandneues Werk. Pallhuber, der länger kein grosses Werk mehr für Brass Band geschrieben hat, bringt frische Ideen in die Partitur, die eine angenehme Ergänzung zu den populären Mustern und Effekten bildet. Wir hören ein schönes Duett zwischen Flügelhorn und Tuba.

Die Österreicher legen ihr Herz in die Waagschale. Der Bassposaunist darf mehrmals sein Lungenvolumen präsentieren, das freut bestimmt ihn und das Publikum. Ein sehr kompakter und präziser Auftritt der Brass Band Oberösterreich, der in einem Finale ähnlich einer klassischen Ouvertüre und grossem Applaus endet.

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Kommentare von 4barsrest:

Eine überaus engagierte Darbietung der Dänen. Das Werk ist voller Details, besticht durch gedeckte Farben, eine ausgefeilte Spieltechnik und einige recht exponierte Soli. Das Orchester spielte gut, erreichte aber nicht immer die nötige Klarheit.

Es war eine erstklassige Leistung, die mit großem Applaus im Saal belohnt wurde. Der Dynamikumfang wirkte etwas eingeschränkt, und die Solisten hätten etwas selbstbewusster und präsenter auftreten können. Das Schlagzeug spielte hervorragend, größtenteils gut ausbalanciert und mit sinnvollen Tempi des Dirigenten.

Zwei sehr gut vorbereitete Auftritte an diesem Wochenende – Bravo an alle!

Steven Mead

Eine starke Leistung des dänischen Orchesters am zweiten Tag der Meisterschaft. Im Gegensatz zu gestern gelang ihnen heute eine technisch und musikalisch solidere Interpretation, wodurch sie ihr am Vortag angedeutetes Potenzial besser entfalten konnten.

Sie wagten sich in den leisesten Passagen an etwas, was sich auszahlte und wunderbare Klangfarben erzeugte. Mit einem überwältigenden Finale verabschieden sie sich auf dem Höhepunkt. Bravo Dänemark!

Patricio Cosentino


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Wir werden von der Concord Brass Band sanft in den Schlaf gewiegt. Der sehr delikate Anfang meistern sie mit voller Konzentration und wirken doch fast schon erlöst, als sie in die wilden Träume abtauchen dürfen. Sie zeigen uns ihr ganzes Dynamikpotential und lassen die Mondscheinsonate jeweils aufblitzen.

In einem Fiebertraum hören wir ein cooles Posaunensolo bevor die Band uns kraftvoll in weiteren Albträumen mitreisst. Drei massive Akkorde beenden den energievollen Auftritt.


Startnummer 9: Concord Brass Band (Jesper Juul Windahl) / REM- Scapes - Thomas Doss

In der Einleitung bringen süssliche Erinnerungen an Beethovens Mondscheinsonate sanften Schlummer. Die Atmung wird ruhig und der Schlaf verspricht Ruhe und Erholung. Doch mit dem Einsetzen der REM-Schlafphase, in der die meisten Träume stattfinden und die Erlebnisse des Tages verarbeitet werden, werden andere Töne angeschlagen. Mit verzerrten Klängen, die an ein altes Grammophon erinnern, zieht die Musik den Zuhörer unweigerlich immer tiefer in eine Traumlandschaft, in eine sehr real wirkende gefährliche Situation, die sich dramatisch zuspitzt. Es entfesselt sich ein verzweifelter Kampf zwischen dem Drang, wach werden zu wollen und zu grosser Erschöpfung, um zu fliehen. Einen kurzen Moment lang gelingt es fast, aufzuwachen. Doch dann siegt wieder der Bann des Traums, aus dem es kein Entkommen gibt...


Kommentare von 4barsrest:

Eine bemerkenswerte Darbietung der französischen Meister mit einem Werk, das dem Publikum vielleicht unbekannt sein dürfte, aber womöglich das farbenprächtigste aller Stücke dieses Wochenendes ist. Eine absolut außergewöhnliche Klangpalette, die uns von impressionistischen Gemälden bis hin zu – je nach Handlung – teils skurrilen Darstellungen führt, komplett mit Sirenen, Glocken und Schreien.

Es wurde außerordentlich gut gespielt. Die Band war mit vier zusätzlichen Kornetten, einem zusätzlichen Horn und einer Tuba etwas größer besetzt als üblich, doch sie nutzten diese zusätzliche Klangfülle und das erweiterte Klangprofil gekonnt.

Es waren nicht viele Zuhörer im Saal, aber sie verpassten hier einen wahren Genuss. Luc Vertommen hat die Angewohnheit, stets interessante Stücke auszuwählen, und für mich war dies ein Volltreffer.

Steven Mead

Französische Präzision à la carte von der Hauts-de-France Brass Band mit einem Werk, das an die besten Filme von Alfred Hitchcock erinnert.

Eine meisterhafte Interpretation der französischen Meister, die mit beeindruckender Technik, perfektem Zusammenspiel und exzellentem Klang beeindruckte. Klarheit prägte die Darbietung maßgeblich, doch die beeindruckende Dynamik und die präzise Zusammenspielweise ließen den Eindruck entstehen, als säßen wir einem einzigen Instrument zu, als wären alle Musiker ein einziger Organismus.

Bravo für diese herausragende Leistung! Vive la France!

Patricio Cosentino


Startnummer 8: Hauts-de-France Brass Band (Luc Vertommen) / Dial ‘H’ for Hitchcock - Nigel Clarke

Alle Jahre wieder sorgen die Franzosen für Furore am EBBC. Meist bringen sie interessante Instrumente mit, die man selten auf Bühnen antrifft. Und auch heute werden wir nicht enttäuscht: Der Timpani-Spieler zieht eine Waffe und nach dem passenden Schrei, der Hitchcock persönlich überzeugt hätte, wird abgefeuert. Die Perkussionist:innen haben weitere grosse und kleine Spielzeuge mitgebracht, die sie passend zur Dramatik einsetzen.

Doch auch die Bläserinnen und Bläser sorgen für grosse Dramatik. Mit einer Mischung aus “Catch me if you can” und “The Incredibles” sehen wir schwarz-weisse Verfolgungsjagden zum Leben erweckt. Grossartiges Spiel vom Principal Cornetisten.

Wir haben ein Erlebnis erwartet und wurden nicht enttäuscht.

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Kommentare von 4barsrest:

Wir hatten soeben das Vergnügen, diese fantastische Aufführung von Willebroek zu genießen. Das Werk war wie maßgeschneidert und wurde perfekt auf die beachtlichen Talente der Musiker zugeschnitten. Jeder Solist wurde mit bemerkenswert schwierigen Soli konfrontiert, die nicht nur korrekt, sondern mit einer so tiefen Musikalität dargeboten wurden, die diesem wunderbaren Orchester zugutekommt.

Die Detailgenauigkeit in Klangfarbe, technischer Präzision und Dynamiknuancen war schlichtweg überirdisch – der Höhepunkt der harten Arbeit, die dieses Orchester unter der Leitung seines herausragenden Dirigenten geleistet hat. Erneut gab es stehende Ovationen im Saal, aber was werden die Juroren dazu sagen?

Und wie werden sie dieses Werk mit den anderen, noch kommenden, beeindruckenden neuen Stücken vergleichen?

Die Zeit wird es zeigen. Es war mir eine Ehre, hier zu sein.

Steven Mead

Ein brillantes musikalisches Angebot von Willebroek an ihrem zweiten Tag.

Das Niveau dieser Brassband ist unbestreitbar, und meiner Meinung nach gehören sie zu den ernsthaften Anwärtern auf den Titel in diesem Jahr.

Sie überzeugen nicht nur mit Technik, Dynamik, präzisem Zusammenspiel und Klarheit in langen Passagen, sondern liefern in jeder Aufführung ein wahres musikalisches Statement – ​​und das verschafft ihnen einen entscheidenden Vorteil.

Wir gehören zur europäischen Elite der Brassbands, und alle Teilnehmer haben ein Jahr intensiver Vorbereitung hinter sich, vergleichbar mit dem berühmten Ausspruch des einst schnellsten Mannes der Welt, Usain Bolt, der sagte, er habe vier Jahre trainiert, um die 10 Sekunden zu laufen. Und genau das haben alle teilnehmenden Brassbands getan.

Auf diesem Niveau entscheidet eine reife musikalische Interpretation über den Europameistertitel, und Willebroek hat Musik geboten, die es verdient, den Titel zum zweiten Mal in Folge zu gewinnen.

Bravo tutti! Chapeau!

Patricio Cosentino


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Die amtierenden Europameister aus Belgien locken viel Publikum in den Saal. Das von ihnen in Auftrag gegebene Stück passt natürlich perfekt zu ihren Weltklasse-Solisten.

Ein solistisches Tenorhorn-Trio hört man viel zu selten in Teststücken, das klang bei den Belgiern fantastisch.

Im dicht komponierten Werk ist es schwierig alle Details hervorzubringen, doch sie meistern dies hervorragend. Sie zeigen eine beeindruckende Kontrolle aller Dynamikstufen und machen so den wichtigen Stimmen platz. Der Spannungsbogen wird bis zum Schluss aufgezogen und dann lassen sie den Saal erbeben.


Startnummer 7: Brass Band Willebroek (Frans Violet) / Orpheus & Eurydice - Stijn Aertgeerts


Kommentare von 4barsrest:

Eine fantastische Leistung bei diesem unglaublich schwierigen Stück von Oliver Waespi, die die technische Brillanz dieses jungen litauischen Orchesters eindrucksvoll unter Beweis stellte. Besonders die Präzision im Zusammenspiel und das exzellente Zusammenspiel in den beiden Trios mit Posaune, Tuba, Schlagzeug, Euphonium und Kornett waren deutlich zu erkennen.

Russell Gray inspirierte das Orchester zu dieser heutigen Darbietung, auf die es ungemein stolz sein kann. Es gab zwar einige wenige Ungenauigkeiten im Zusammenspiel, doch angesichts des enormen Schwierigkeitsgrades des Werkes war dies eine überaus gelungene Aufführung, die dem Orchester zusätzliches Selbstvertrauen für die Zukunft geben sollte.

Herzlichen Glückwunsch an alle!

Steven Mead

Eine brillante Darbietung von Brass LT an ihrem zweiten Tag bei der Europameisterschaft. Dieses litauische Orchester, das zum zweiten Mal in der Championship-Sektion antritt, hat mit der heutigen Darbietung eine klare Botschaft gesendet: Wir sind angekommen und werden bleiben!

Eine großartige Demonstration der technischen Weiterentwicklung dieses Orchesters, die für Oliver Waespis Werk zweifellos unerlässlich ist. Als Ensemble müssen sie noch reifen, da es einige Momente gab, die den Zusammenhalt beeinträchtigten. Doch auf individueller Ebene war es ein Genuss, ihnen zuzuhören. Neben dem Können ihrer Solisten war ihre klangliche Entwicklung als Gruppe wirklich bewundernswert.

Interessanterweise hatte die Kornettgruppe im Verlauf des Stücks mehr Schwierigkeiten mit den technischen Passagen als die Baritone, Euphoniums und Tuben, die in dieser Hinsicht brillant spielten. Sie lieferten eine großartige musikalische Interpretation dieses Werkes von Waespi, das mitunter ein hohes Interpretationsniveau erfordert, um den nötigen Groove zu erzeugen – und die Litauer haben dies geschafft!

Herzlichen Glückwunsch an Brass LT zu dieser herausragenden zweiten Teilnahme an der Meisterschaftssektion!

Patricio Cosentino


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Ein sehr selbstbewusster Auftritt der Litauer mit dem fast schon modernen Klassiker von Oliver Waespi. Die Trios am Bühnenrand funktionieren sehr gut, mit einem ausgezeichneten Schlagzeuger mit schnellen Händen auf Bongos und Snare Drum.

Sie erwecken die Musik zum Leben und verknüpfen die verschiedenen Teile gekonnt. Die Band ist eine Bereicherung für die europäische Brass Band-Szene und wenn sie heute noch keine Top-Platzierung erreichen, dann muss man sie für die Zukunft auf der Rechnung haben.


Startnummer 6: Brass LT (Russell Gray) / Audivi Media Nocte - Oliver Waespi

Audivi Media Nocte basiert auf der gleichnamigen Motette von Thomas Tallis aus dem 16. Jahrhundert - ein Werk, das grosse Faszination auf Oliver Waespi ausübt. Im Laufe des Kompositionsprozesses entstanden verschiedene Akkordreihen und rhythmische Strukturen, die das Werk in Richtung eines musikalischen Dramas führten, mit Elementen eines Concerto grosso und virtuosen Soli für diverse Solisten.


Kommentare von 4barsrest:

Festival Brass gab heute alles, um dieses Stück zum Leben zu erwecken. Eine monumentale Leistung des gesamten Orchesters, sich allen Feinheiten und der strukturellen „Eigenartigkeit“ dieses Werkes zu stellen. Es war in der Tat eine mutige Wahl, und vielleicht liegt der Schlüssel zum Verständnis im Titel selbst: Weisheit oder Wahnsinn.

Das Flügelhornspiel war wirklich herausragend, und das Schlagzeug, insbesondere das gestimmte Schlagwerk, war erstklassig. Die Aufmerksamkeit des Orchesters für die rhythmischen Details, die die frühen Abschnitte mit ihren wechselnden Taktarten und dem schnellen Tempo mit sich brachten, war bewundernswert.

Im Mittelteil waren einige wunderschöne, weiche Klänge zu hören. Einige wenige Stellen mit offensichtlichen Intonationsschwierigkeiten wurden deutlich, aber die größte Herausforderung für das Publikum bestand darin, die Musik zu verstehen.

An einem Tag wie diesem, der einem Schönheitswettbewerb vorwiegend neuer Werke gleicht, werden nur die Juroren wissen, wie sehr sie dieses Werk zu schätzen wussten. Herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen Leistung, Festival Brass!

Steven Mead

Eine solide Aufführung dieses neuen Stücks von Klaas Coulembier durch die Festival Brass Band. Das Werk ist zweifellos sehr komplex und erfordert von allen Instrumentengruppen der Band ein hohes Maß an Präzision, um ein durchgängig hohes Interpretationsniveau zu gewährleisten.

Der Festival Brass Band gelang es nicht immer, diese Präzision über das gesamte Stück hinweg aufrechtzuerhalten. Die anspruchsvollen Taktwechsel hingegen meisterten sie zweifellos hervorragend. In längeren Passagen mit häufigen Taktwechseln waren im Tubaregister einige kleinere Unsicherheiten erkennbar. Dennoch lieferte das Tubaregister eine brillante Interpretation des gesamten Werkes, insbesondere in den für es geschriebenen Solopassagen.

Ich schätze es sehr, dass der Komponist Soli für Instrumente vorgesehen hat, die im Blechbläserensemble nicht immer so viel Aufmerksamkeit erhalten, wie beispielsweise die Bassposaune und die Tuba.

Im langsamen Teil des Stücks waren einige Passagen mit gedämpften Baritonen nicht deutlich hörbar, was zu einem Verlust der Klangfarbe führte. Schließlich bemühte sich die Band sehr um einen großen Dynamikumfang, erreichte diesen jedoch trotz aller Bemühungen nicht vollständig.

Musikalisch war es eine dichte Interpretation, die die Intention des Komponisten widerspiegelte und somit eine starke Leistung der Belgier darstellte.

Bravo!

Patricio Consentino


festival

Sehr mystischer Beginn der Festival Brass Band, der mit sanften Tubaklängen unterlegt wird. Die verrückten Gedanken halten Einzug mit schnellen Sechzehnteln, die technisch perfekt ausgführt werden. Man hört sie von weitem anschwirren, bis sie die Überhand nehmen.

Fantastische Solisten am Bühnenrand in absoluter Perfektion. Die Spezialerwähnung gilt dem Solo Euphonisten. Die Band präsentiert auch heute wieder einen einzigartigen dunklen Bandsound, der sich von den anderen Teilnehmenden abhebt.

Die Band könnte eine Überraschung dieses Wettbewerbs werden.


Startnummer 5: Festival Brass Band (Guy Audenaert) / Wisdom or Madness (inspired by Alice's Adventures in Wonderland by Lewis Carroll) - Klaas Coulembier

Alice im Wunderland erzählt die Geschichte des Mädchens Alice, das einem weissen Kaninchen folgt und dabei in einen Bau fällt – hinein in eine völlig verrückte Fantasiewelt. Dort begegnet sie zahlreichen seltsamen Figuren wie dem Weissen Kaninchen, der Grinsekatze, dem verrückten Hutmacher und der jähzornigen Herzkönigin. In dieser Welt gelten keine normalen Regeln: Grössen verändern sich ständig, Logik wird auf den Kopf gestellt, und Gespräche sind oft völlig absurd.

Alice versucht, sich in diesem Chaos zurechtzufinden und ihren Weg nach Hause zu finden. Am Ende stellt sich heraus, dass alles nur ein Traum war, aus dem sie wieder aufwacht.

Dies ist ebenfalls eine Neukomposition.


Kurze Pause

Um 13.15 Uhr geht es weiter mit der nächsten Band. Wie Sie sehen, dürfen wir heute in Zusammenarbeit mit unseren britischen Kollegen von 4barsrest.com ihre Kommentare auf Deutsch publizieren. Die Experten Steven Mead und Patricio Cosentino bereichern unseren Ticker mit ihren Beiträgen.

Die originalen Kommentare auf Englisch finden Sie hier.


Kommentare von 4barsrest:

Die Weltpremiere von „Ben Hur 1925“ von Peter Graham war eine wirklich grossartige Darbietung dieser formstarken schottischen Brass Band, die sich an diesem Wochenende hervorragend präsentierte.

Für mich kam das Werk im Kontext dieses Wettbewerbs nicht ganz zur Geltung. Es wirkte fast wie Musik für einen Dokumentarfilm, und viele der Eric-Ball-Zitate erschienen mir etwas deplatziert.

Dennoch hätte die Brass Band aus dieser Musik kaum mehr herausholen können. Aussergewöhnlich präzise technische Arbeit, sehr kompetent geleitet von Dr. Childs. Einige sehr liebliche Cornet-Soli und exzellente, klangvolle Bariton-Beiträge waren ein wahrer Ohrenschmaus.

Die Darbietung war flüssig und die einzelnen Abschnitte der Musik verschmolzen gekonnt miteinander. Sie wurde im Saal fantastisch aufgenommen. Bravo!

Steven Mead

Eine brillante und mitreissende Aufführung von „Ben Hur 1925“ durch die schottischen Meister. Am zweiten Tag der Meisterschaft wird deutlich, dass jede Brass Band ihre beste Interpretation ihres gewählten Werkes präsentiert, und die Whitburn Band bildet da keine Ausnahme. Dieses neue Werk von Peter Graham ist eine weitere wertvolle Bereicherung des Repertoires für Brass Bands.

Whitburn bewies ein hervorragendes Gespür für Klangfarben und Texturen sowie bemerkenswerte Klarheit in Passagen, in denen das gesamte Orchester gleichzeitig mit hoher Notendichte spielt. Es gab einige kleinere Fehler, die gelegentlich vorkommen können und auf diesem Niveau, je nach Bewertung der Jury, zu Punktabzug führen können. Musikalisch betrachtet lieferte Whitburn jedoch eine emotionale Interpretation mit starker Ausdruckskraft.

Die Schotten können stolz sein! Bravo!

Patricio Cosentino


whitburn

Die Schotten erwecken das Römische Reich zum leben und man hört die Sklaven auf der Galeere rudern. Das Tenorhorn-Solo bildete einen schönen Einstieg. Kleine Unsauberkeiten in der Intonation stören das Gesamtbild nur wenig. Im Mittelteil beweisen sie viel Gefühl und wenn man das Gefühl hat, sie kommen zum Ende, legen sie einfach nochmals eine Schippe drauf. Beeindruckend, wie sie nochmals zulegen können.


Startnummer 4: Whitburn Band (Nicholas Childs) / Ben Hur 1925 — Tone Poem for Brass Band - Peter Graham)

Die Geschichte von Ben-Hur (basierend auf dem Roman von Lew Wallace) spielt zur Zeit des Römischen Reiches und folgt dem jüdischen Fürsten Judah Ben-Hur.

Ben-Hur lebt in Jerusalem und wird durch einen Verrat seines ehemaligen Freundes Messala, der inzwischen römischer Offizier ist, unschuldig verurteilt. Er wird als Galeerensklave verschleppt, während seine Familie ins Gefängnis kommt.

Nach Jahren der Qual gelingt ihm die Freiheit, und er wird von einem römischen Feldherrn adoptiert. Doch sein eigentliches Ziel bleibt Rache an Messala. Zurück in Jerusalem kommt es schliesslich zum berühmten Wagenrennen, bei dem Ben-Hur gegen Messala antritt und ihn besiegt.

Parallel dazu wird die Geschichte von Jesus Christus erzählt, dessen Leben Ben-Hur immer wieder am Rande berührt. Am Ende erkennt Ben-Hur, dass Vergebung wichtiger ist als Rache – besonders nachdem seine Familie durch ein Wunder geheilt wird.


Kommentare von 4barsrest:

Vermutlich eine der besten Aufführungen eines schwedischen Orchesters, die ich je gehört habe. Meine Güte, sie haben die ganze Welt der Kontraste in „Kozmoz“ mitreissend durchdrungen.

Es gab einige wirklich grossartige Momente, besonders in den frühen, technisch anspruchsvollen Abschnitten, wo die treibende Musik eine turbulente Wirkung erzeugte, das Publikum mal fesselte, mal verwirrte – aber alles war, wie man so schön sagt, absolut geschmackvoll!

Es war faszinierend, das Zusammenspiel von Solokornett und Euphonium war hervorragend, das hohe Posaunensolo schlichtweg erstklassig und perfekt gespielt.

Gegen Ende des Werkes, in der siebten und zehnten Variation, gab es ein paar kleine Patzer, aber alle waren eher unbedeutend. Dieses Stück war wahrlich eine Reise für das Orchester und das Publikum, die von allen sehr geschätzt wurde. Vielen Dank!

Steven Mead

Eine gelungene Aufführung von „Kozmoz“ durch die Gota Brass Band am zweiten Tag.

Während der Aufführung boten sie viele grossartige musikalische Momente, die wirklich genussvoll waren. Heute zeigten sie sowohl in der Dynamik als auch in der Klanggestaltung eines Werkes, das für eine vollständige Interpretation auf diese angewiesen ist, einen guten Kontrast.

Es gab nur wenige Momente der Unstimmigkeit im Zusammenspiel, und insgesamt behielt die schwedische Brass Band von Anfang bis Ende eine gute Konstanz bei.

Diese wunderbare Aufführung bot viele schöne musikalische Momente. Heute haben sie ihr Bestes gegeben! Bravo Göta Brass Band!

Patricio Cosentino


g%C3%B6ta

Die Schweden machen mächtig Dampf. Das kräftige Werk scheint ihnen sehr gut zu liegen. Die Verbindung zwischen Perkussion und den Brass-Instrumenten klappt sehr gut. Tolles Marimba-Solo und der Mann am Drum Set geniesst den Auftritt ebenfalls in vollen Zügen.

Der Funke ist nicht 100% auf das Publikum übergesprungen, doch auch hier wieder viel Grossartiges zu hören. Viele schwere Soli in extrem hohen Lagen werden souverän vorgetragen.


Startnummer 3: Göta Brass Band (Ryan Watkins) / Kosmoz — Concerto No.3 for Brass Band - Ludovic Neurohr

KOSMOZ entstand aus der Faszination für die innige Verbindung zwischen Himmel und Mensch. Seit der Antike bietet der Tierkreis eine symbolische Landkarte, mit der die Menschheit nicht nur die Rhythmen des Kosmos, sondern auch die Charakterzüge zu verstehen sucht, die jede Persönlichkeit prägen. In diesem Werk wollte ich dieser kreisförmigen Reise eine musikalische Form geben – die zwölf Zeichen in Klangfarben, in Energien und menschliche Verhaltensweisen übersetzen und dabei eine Kontinuität bewahren, die an eine unendliche Umlaufbahn erinnert.

Das Werk beginnt mit einem Prolog mit dem Titel „Constellations“. Diese Einleitung repräsentiert kein bestimmtes Zeichen, sondern den weiten Nachthimmel, in dem sowohl die Tierkreiszeichen als auch die mit ihnen verbundenen menschlichen Archetypen Gestalt annehmen. Es ist ein musikalisches Vorspiel, das den Zuhörer einlädt, den Blick zum Universum zu richten und sich gleichzeitig nach innen zu wenden, um die Unermesslichkeit der astralen Welt und ihre Resonanz in der menschlichen Natur zu spüren. Ätherische Klangfarben und wechselnde Harmonien erzeugen ein Gefühl der Stille, als würden Sterne und menschliche Eigenschaften allmählich aus der Dunkelheit hervortreten. „Constellations“ schafft diese Atmosphäre des Staunens und der Selbstreflexion, die notwendig ist, bevor der Zyklus seine Reise durch die zwölf Tierkreiszeichen beginnt.

Die Suite ist als Kreis konzipiert. Jedes Tierkreiszeichen birgt eine kosmische Energie und eine psychologische Kraft in sich, und der entsprechende musikalische Abschnitt übersetzt diese beiden Dimensionen, indem er sie eng miteinander verbindet: die himmlische und die menschliche. Zwischen ihnen dienen vier astronomische Schwellen – die Frühlingstagundnachtgleiche, die Sommersonnenwende, die Herbsttagundnachtgleiche und die Wintersonnenwende – als Übergänge und markieren die universellen Übergänge, die sowohl die Bewegung der Sterne als auch die innere Entwicklung der Wesen beeinflussen. Diese Momente sind wie Tore zwischen Himmel und Seele und bieten Augenblicke der Reflexion, der Transformation oder der Befreiung, bevor der Zyklus seine Reise ins Unendliche fortsetzt.


manger

Die Welt wird in ihrer ganzen Schönheit beschrieben, bevor Manger uns in deutlichster Musiksprache klar macht, wie viel Zerstörung wir ihr auch antun.

In einer weiteren Beruhigung hören wir eine (bewusste?) Referenz von “My Heart Will Go On” durch schöne Cornet- und Posaunen-Soli, bevor die Norweger mit einem kraftvollen Bluesteil die Köpfe im Saal zum Headbangen animieren.

Der Bandklang wirkt vielleicht etwas weniger homogen. Die diversen technisch höchstanspruchsvollen Duett-Kombination klappen jedoch hervorragend und der dramatische Bogen wird effektvoll bis zum Schluss gespannt. Die Band geniesst einen verdienten, langanhaltenden Schlussapplaus.


Kommentare von 4barsrest:

Eine Band wie neugeboren nach dem gestrigen Auftritt. Eine wahrhaft aussergewöhnliche und mitreissende Darbietung von „This World“ durch das norwegische Orchester. Maestro King hat das Orchester wieder zu Höchstleistungen angespornt.

Das Stück zeigte so viel Ausdruckskraft und wurde grösstenteils mit makelloser Klarheit dargeboten. Das Euphoniumspiel war erneut herausragend und meisterte die gefürchteten hohen Cis mit Leichtigkeit. Ein massiver und klangvoller Bass untermalte das Ganze perfekt. Die Posaunen hatten ihren besten Tag.

Zeitweise erbebte der Saal förmlich. Die Wirkung war sensationell. Es gibt Momente in der Partitur, in denen so viel passiert, dass man von der Empore aus die feinsten Details kaum heraushören kann.

Aber Hut ab vor dieser sensationellen und beeindruckenden Show, die Mut und Können bewies.

Steven Mead

Eine grossartige Wiedergutmachung des Manger Musikklag heute mit einer überragenden Darbietung von „This World“, die den norwegischen Meistern würdig ist.

Was gestern noch nicht ganz geklappt hatte und sicherlich den traditionellen norwegischen Stolz auf die Probe stellte, gelang heute mit Bravour. Von Anfang bis Ende war die Konstanz bemerkenswert. Alles sass perfekt, die Solisten glänzten, das Ensemble spielte mit millimetergenauer Präzision, die Dynamik war beeindruckend und die Klarheit in allen Instrumentengruppen glasklar.

Bravo Manger! Eine brillante Aufholjagd heute!

Patricio Cosentino


Startnummer 2: Manger Musikklag (David King) / This World - Thomas Doss

Der Kommentar des Komponisten zum einzigen Werk, welches wir heute zwei Mal hören werden:

Diese eine, einzigartige, wunderbare Welt auf welcher wir leben. Auf welcher wir lieben, lachen, trauern, weinen, Angst haben. Auf welcher wir zeugen, gebären, töten und zerstören. Nur einmal diese Welt von draussen sehen…


tredegar

Die Waliser eröffnen den Wettbewerbstag mit einer absoluten Überzeugung. Die harten Rhythmen treiben den ersten Satz unerbittlich vorwärts und sie scheinen auf einer unaufhaltbaren Mission zu sein.

Im zweiten Satz legen sie den Schalter komplett um und “Catherine” wird in den lieblichsten Melodien beschrieben. Wunderbare Solos, vor allem Flügelhorn. In den leisesten Momenten hält das ganze Publikum den Atem an.

Im dritten Satz werden die Sechzehntel wieder unerbittlich durch alle Register gejagt. Leider werden die Bläser:innen manchmal etwas von der Perkussion überlagert, doch was für ein Start in den Tag! Die Schlussfermata lässt das Publikum bereits zum ersten mal toben.


Kommentare von 4barsrest:

Eine wahrhaft atemberaubende und beeindruckende virtuose Darbietung der Tredegar Town Band. Alle Solisten präsentierten sich in Höchstform und demonstrierten brillante Technik sowie eine reiche Bandbreite an Emotionen, die sich durch das gesamte Stück zogen.

Das war heute absolut erstklassiges Spiel. Stellenweise schlichtweg erstaunlich. Brillant dirigiert. Lediglich eine kleine Unsicherheit bezüglich der Balance mit dem Schlagzeug im ersten Abschnitt und ein paar winzige Fehler gegen Ende, aber lassen Sie sich nicht täuschen: Dies war eine absolut fesselnde und mitreissende Aufführung.

Herzlichen Glückwunsch an alle!

Steven Mead

Eine erstaunliche Darbietung der Tredegar Town Band zum Auftakt des zweiten Tages der Europameisterschaft der Brassbands hier in Linz, Österreich.

Die Band zeigte von Anfang bis Ende bemerkenswerte Geschlossenheit in „So Spoke Albion“, einem technisch und solistisch anspruchsvollen Werk, das die Waliser mit grosser Kraft und Präzision meisterten.

Es gab eine leichte Intonationsabweichung zwischen dem Soprano Cornet und dem Euphonium-Solisten in ihrem Duett, die jedoch kaum wahrnehmbar war.

Alle Soli wurden meisterhaft dargeboten und zeugten von beeindruckender Souveränität unter Publikum.

Bemerkenswert ist auch, wie die Brass Band mit Klangfarben und Dynamik umgeht – und das alles mit einem wunderschönen, samtigen Klang.

„So Spoke Albion“ ist überwältigend, und selbst eine Sekunde Unaufmerksamkeit kann teuer zu stehen kommen. Doch Tredegar behielt die ganze Zeit über die nötige Konzentration.

Was für ein grossartiger Start in den zweiten Tag der Meisterschaft und was für eine Demonstration von Können und Musikalität der Waliser! Bravo, Tredegar Town Band! Herzlichen Glückwunsch!

Patricio Cosentino


Startnummer 1: Tredegar Town Band (Ian Porthouse) / So Spoke Albion - Gavin Higgins

Gavin Higgins’ Komposition ist von Aspekten des Lebens des Künstlers, Dichters, Illustrators, Malers und Kupferstechers William Blake (1757–1827) inspiriert – der, wenn auch nicht zu seinen Lebzeiten, zu einer prägenden Figur des britischen Kulturlebens werden sollte.

Der Komponist evoziert diese Aspekte in drei miteinander verbundenen Abschnitten: Der erste, „Engel auf Peckham Rye“, ist eine beunruhigende, furchterregend verstörende und ängstliche Vision von Himmelskörpern, die er in einem Baum sah – ihre „hellen Engelsflügel, die jeden Ast wie Sterne übersäten“.

Der zweite Abschnitt, „Catherine“, ist eine lyrische Beschwörung seiner Frau; Zärtlich, liebevoll, bedingungslos loyal und unterstützend – eine Frau, die die eine Hälfte einer der ergreifendsten Beziehungen der Literaturgeschichte bildete.

Der Schlussteil „Albion Rose“ beschwört Blakes Vision von England herauf – einen gewaltigen Mann, der sich „nackt, aber offen für die Welt“ ausstreckt, optimistisch in seinem politischen Erwachen, seiner Offenheit und seinem Optimismus.


Die Jury

Grete Tonheim (Norwegen), Edward Gregson (England), Thomas Ludescher (Österreich)


Die Startreihenfolge

  1. Tredegar Town Band
  2. Manger Musikklag
  3. Göta Brass Band
  4. Whitburn Band
  5. Festival Brass Band
  6. LT Brass
  7. Brassband Willebroek
  8. Hauts-de-France Brass Band
  9. Concord Brass Band
  10. Brass Band Oberösterreich
  11. Italian Brass Band
  12. Flowers Band
  13. Brass Band De Waldsang
  14. 3BA Concert Band
  15. Valaisia Brass Band

Die Selbstwahlstücke der Höchstklasse

Die Höchstklasse bietet eine äusserst interessante Musikauswahl, deren ältestes Stück erst etwa 15 Jahre alt ist. Es sind acht neue Auftragswerke dabei. Ein deutliches Zeichen dafür, wie die Meisterschaften das Musizieren zu neuen Höhen führen.

Stück Komponist
A Brussels Requiem Bert Appermont
Angels and Demons Peter Graham
Audivi Media Nocte Oliver Waespi
Ben-Hur 1925 Peter Graham
Dial ‘H’ for Hitchcock Nigel Clarke
Kozmos- Concerto no. 3 for Brass Band Ludovic Neurohr
Lost Paradise Hermann Pallhuber
Mnemosyne Phrases Torstein Aagaard-Nlsen
Orpheus & Eurydice Stijn Aertgeerts
REM-Scapes Thomas Doss
So Spoke Albion Gavin Higgins
This World Thomas Doss
West Wind, Metamorphoses for Brass Band Oliver Waespi
Wisdom or Madness Klaas Coulembier

Guten Morgen, liebe Brass Band-Community

Bei weiterhin herrlichstem Wetter in Oberösterreich setzen wir uns wieder einen ganzen Tag lang in den Konzertsaal und geniessen feinste Brass Band-Klänge.

Um 11.00 Uhr startet die Höchstklasse mit den Selbstwahlstücken. Seien Sie im Liveticker dabei!

drohne

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