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- David Wildisen

Mythos Whit Friday: Als Schweizer Brass Band in England

Wer am Whit Friday teilnehmen möchte, sollte drei Dinge mögen: Brass Bands, lange Nächte – und den Marsch «Knight Templar». Die Regional Brass Band Bern (RBB) stellte sich in diesem Jahr dieser Herausforderung und reiste nach England, um den legendären Wettbewerb selbst zu erleben.

Kaum ein Anlass geniesst in der Brass-Band-Welt einen ähnlich legendären Ruf wie der Whit Friday Contest in England. Dieser traditionsreiche Anlass steht bei vielen Musikerinnen und Musikern weit oben auf der persönlichen Wunschliste. Einmal im Ursprungsland der Brass Bands musizieren, durch die Dörfer in der Nähe von Manchester reisen und sich mit Bands aus aller Welt messen – für viele ein lang gehegter Traum. Für den Grossteil der Musikerinnen und Musiker der Regional Brass Band Bern (RBB) erfüllte sich dieser Wunsch bei der diesjährigen Ausgabe.

Zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte nahm die RBB am traditionellen Whit Friday Contest in Saddleworth nahe von Manchester teil. 20 Jahre nach der letztmaligen Teilnahme und mit einer grösstenteils neuen Besetzung erneut auf den Weg in das Ursprungsland der Brass Band.

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Die Regional Brass Band Bern (RBB) am Whit Friday 2026

Der Whit Friday Contest ist kein gewöhnlicher Wettbewerb. Statt eines zentralen Austragungsorts verteilen sich die Wettbewerbe auf zahlreiche Dörfer in der Region. Jede Band entscheidet selbst, wie viele Orte sie ansteuert – doch wer in der Gesamtwertung erscheinen will, muss mindestens sechs Dörfer absolvieren.

Mit einem ortskundigen Car-Fahrer und zwei engagierten lokalen Guides machte sich die RBB am späteren Nachmittag auf den Weg zum ersten Auftrittsort. Schon bald zeigte sich, dass dieser Wettbewerb anders funktioniert als viele andere: Nebst dem musikalischen Auftritt beginnt gleichzeitig ein Wettlauf gegen die Zeit. Schliesslich gilt es, rechtzeitig in den angestrebten sechs Dörfern zu spielen. Dies gestaltete sich jedoch gar nicht so einfach. Denn auf die elf Dörfer der Region Saddleworth kommen 154 Brass Bands, die ebenfalls möglichst viele Auftritte absolvieren möchten. Entsprechend bilden sich vielerorts lange Warteschlangen, bevor eine Band überhaupt spielen kann.

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Damit keine Zeit verloren geht, bleiben die Instrumente während des gesamten Wettbewerbs im Car

Für die RBB startete der Wettbewerb in Dobcross. Bereits dort zeigte sich, was diesen Wettbewerb ausmacht: Lange bevor die erste Band mit ihrem Auftritt beginnt, ziehen zahlreiche Musik-Begeisterte durch die Strassen und sichern sich die besten Plätze. Volle Strassen, begeistertes Publikum und Musik aus allen Richtungen sorgen für eine Atmosphäre, die wir als Schweizer – und insbesondere als Berner – Band so kaum kennen.

Kaum ist der Marsch beendet, geht es möglichst schnell zurück in den Car und weiter zum nächsten Dorf. Während die Musikerinnen und Musiker der RBB noch die Eindrücke vom ersten Auftritt verarbeiteten, lautete das Fazit von unserem Guide: «You have to be quicker back in the coach». Denn die Warteschlagen in den Dörfern sind lang und mehrere Dutzende Bands sind unterwegs. Ein Grossteil des Tages stand demnach ein wenig unter dem Motto «Pressieren, um zu warten». Spitze Zungen würden behaupten, gewisse Parallelen zum Militär seien dabei durchaus erkennbar.

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Tradition am Whit Friday: Mit Marschmusik ziehen die Bands zum Wettspielort ein. Je nach Dorf wird auch bereits diese bewertet

Etwas wurde ebenfalls schnell klar: Die RBB war bei Weitem nicht die einzige Band, die sich für den Marsch «Knight Templar» entschieden hatte. Egal in welchem Dorf oder zu welcher Tageszeit – die vertrauten Klänge waren nie weit entfernt. Zweifelsohne gehört der Marsch zu den meistgespielten Stücken des Tages.

Am Ende des Tages schaffte es die RBB, in sieben Dörfern aufzutreten. Der Ablauf war überall ähnlich, doch jedes Dorf bot eine eigene Atmosphäre mit einem ganz unterschiedlichen Erlebnis. Müde, aber zufrieden erreichte die RBB nach Mitternacht das Hotel. An Schlaf war jedoch nicht zu denken: Die Eindrücke des Tages wollten geteilt, diskutiert und gefeiert werden – bei einem Mitternachtssnack und dem einen oder anderen wohlverdienten Bier.

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Besonderer Abschluss in Mossley: Auftritt unter Flutlicht mitten auf einem Fussballplatz

Am nächsten Tag wurden die Ranglisten der einzelnen Dörfer veröffentlicht. Entsprechend gross war die Freude über die eine oder andere gelungene Platzierung. Trotz Schlafmangel, dichter Zeitpläne und zahlreicher Kilometer auf den Strassen in Saddleworth bleibt vor allem eines in Erinnerung: die einzigartige Atmosphäre! Für die Regional Brass Band Bern war die Teilnahme ein unvergessliches Erlebnis – und vermutlich nicht das letzte Kapitel ihrer Whit-Friday-Geschichte.

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In Delph stehen hunderte Brass-Begeisterte am Strassenrand

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